Bericht Ubuntu Release Party und Jaunty-Installationen

Am 23. April kauften wir abends Getränke und Knabberkram für etwas unter 20 Euro ein und bauten im Hinterhofgebäude der K34 in Gaarden ein wenig auf. Zu Anfang hatten wir leider kein Netz, sodass ich nicht wie geplant mehrere ISO-Images runterziehen konnte für die verschiedenen Plattformen. Am vormittag hatte ich das schon bei mir zuhause versucht und leider ständig DSL-Verbindungsabbrüche erlitten, wodurch ein an sich sicherere Download der neuesten Ubuntu-Versionen zur Qual wurde. Leider funktionierte dann auch in der K34 unsere geplante Internet-Lösung mit zusätzlichem Router nicht.

In dem Raum ist eine Befestigung für einen Beamer an der Decke montiert. Ich montierte dort meinen eigenen Beamer – ein Optoma HD700X inklusive langem VGA-Kabel. Mein Plan war eigentlich so um 20.30 Uhr eine kleine Einführung zu Ubuntu zu geben. Da war aber dann auch erst zwei Gäste da (neben mir und einem Helfer) und ich beschränkte mich darauf die Probleme anzugehen, die dort genannt wurden.

Die K34-Gallerie hat jeden Donnerstag ab 20 Uhr geöffnet, wie auch diesen Donnerstag – und so schauten dann einige Neugiere im späteren Verlauf des Abends herein. Zum Ende als ich ging (so etwas nach 1 Uhr) war es sogar so, das hinten alles voll mit Leuten war. Man muss dazu sagen es waren nicht alle an Linux interessiert – aber da bei uns schön mit Gasherd geheizt war, es angeregte Gespräche gab, “was los war” und sogar kostenlosen Sekt und Knabberkram gab, war es für viele bei uns wohl angenehmer – und der eine oder andere lernte dann auch doch etwas über Linux – was ja auch die Idee war, die Veranstaltung dort und parallel zur Donnerstagsbar zu machen. Zudem wohne ich selbst ca. 5 Minuten Fußweg von der K34 entfernt, was das Organisiere oder ein noch mal schnell nach Hause laufen auch vereinfacht. Zudem gibt es in Gaarden und der K34 bereits eine gewisse Linux-Szene und vor allem eine Offenheit für solcherlei Veranstaltungen. Ich bin selbst Mitglied der K34 geworden und konnte dort alles relativ frei vorbereiten, sofern ich nicht die laufende Ausstellung beeinträchtigte. Bei der Ausstellung gibt es auch via Linux einen Videolink zwischen der K34 und der Hansastraße 48.

Fazit Party

Insgesamt waren vielleicht ca. 30 Gäste da, irgendwer spielte auch Gitarre mit improvisierten Texten. Es war schon teilweise eine etwas freakige Atmosphäre – aber irgendwie passte alles zusammen: Die Veranstaltung an dem Ort, zu dem Zeitpunkt und die Leute die da waren. Auf jeden Fall so, dass ich sagen würde: Gerne wieder. Ich mag es ausserdem gerne etwas umberechenbar. Gerade die Atmosphäre des Improvisierten finde ich und glaube ich auch viele Menschen attraktiv, weil man spontan kreativ sein kann, weil es nicht so ist “wie immer” – weil man selbst überrascht sein kann von dem, was passiert. Sofern man offen dafür ist, dass die, die kommen, die Party auch zu ihrer eigenen machen. Wichtig war mir als Überlegung auch, dass kein Zeitplan im Weg steht, wenn es darum geht den Leuten dabei zu helfen, was sie an aktuellen Fragen und Problemen haben. D.h. ich wollte gar keine hochspeziellen Vorträge machen, die dann evt. nur 1/3 verstehen oder interessieren.

Ich hatte bei der Planung auch die Erfahrungen des letzten Document Freedom Day ausgewertet, bei dem ich meinen Vortrag zu früh angelegt hatte und daher vermutlich weniger Leute erreichte als möglich gewesen wäre.

Und auch insofern ist der planlose Plan aufgegangen und es gab eine Vielzahl an Einzelgesprächen, von deren Inhalt ich natürlich auch gar nichts weiss.

Jaunty Release

Nun noch ein paar Worte zu dem eigentlichen Ubuntu Release von Jaunty (Ubuntu 9.04):

  • Negativ viel mir für den Updateprozess auf, das es den Usern nicht sehr einfach gemacht wird upzudaten. Wie ich jetzt erst sehe muss man wohl die Alternate-CD nehmen um ein Update zu erhalten, wie ich es erwarten würde. Also reinstecken, booten und Update durchlaufen lassen. Sieht so aus, als ob diese Alternate-CD, die ich bisher eher genutzt hatte für textbasierte Installationen und zur Verschlüsselung der Festplatte so eine Art Trick ist, damit man sagen kann Ubuntu kann man von CD installieren – und nicht nur von DVD. Weil eigentlich gehören ja doch alle Optionen auf eine CD. Naja, jedenfalls habe ich da jetzt auch dazugelernt.
  • Das neue Menü des FUSA (Fast Userswitch Applet) wurde durchweg von allen, die Ubuntu und GNOME bereits kennen abgelehnt, wie auch von mir. Eine echte Verschlimmbesserung.
  • Auch allgemeine Kritik zu Linux und Abstürzen von Programmen konnte ich nur zustimmen.
  • Bei mir war es so, dass mein VLC nicht richtig funktionierte. Ich habe es komplett deinstalliert mit apt-get –purge und neu installiert. Gleiches bei Gstreamer. Meine Vermutung ist, dass es daran liegt, das ich jahrelang aptitude benutzte zusätzlich zu dem Ubuntu-Updatetools und Synaptic die ja eher auf apt-get aufsetzen. Jedenfalls hatte eine Neuinstallation der Pakete eine Lösung gebracht. Das darf ja eigentlich gar nicht sein, ausser das Paketsystem versagt bei den Abhängigkeiten. Ich lasse Aptitude von nun an auf jeden Fall weg – denke aber auch, dass mein System insgesamt noch weitere Defekte haben müsste und ggf. eine Neuinstallation sinnig wäre. An dieser Stelle war Foresight und rPath eigentlich oft überlegen mit dem moderneren Conary-Paketmanager.
  • Die Ubuntu-Installations-CD gibt relativ wenig Hilfen für den unbedarften User.

Résumé Jaunty Release & Party

Rund kann man es nicht nennen. Einige Design-Entscheidungen gingen ziemlich nach hinten los. Ubuntu spielt eine wichtige Rolle im Linux-Umfeld. Debian ist nicht wirklich stabiler, aber bei Ubuntu spielen doch oft auch Ideen eine Rolle den Leuten etwas Neues, Aufregendes zu bieten. Die Release-Party hat Spaß gemacht. Wer weiss, was in 6 Monaten ist, wenn das nächste Ubuntu 9.10 herauskommt.

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