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Fedora-Reichweite

Verfasst von vinci am 13. Oktober 2008

Auf der beschriebenen Unkonferenz führte ich eine Schnellumfrage durch welche Distributionen die Anwesenden Teilnehmerinnen Neueinsteigerinnen empfehlen würden. Das Ergebnis war:

  • Ubuntu: 10 Empfehlungen
  • OpenSuSE: 3 Empfehlungen

Es ist aus meiner Sicht bemerkenswert, das nicht nur bei diesen Empfehlungen, sondern auch in der ganzen Diskussion Fedora nie ein echtes Thema war, außer als jemand der später zur Diskussion dazukam und Fedora auch gut kannte fragte, was denn mit Fedora sei. Was ich dazu sagte gilt für mich seit vielen Jahren und nachwievor: Technisch gesehen eine interessante und exzellente Distrinbution – aber was hier fehlt ist eine stärkere Community. Man erzählte mir später, das Fedora den größten Stand auf der CeBIT hatte. Ich habe mehrfach versucht von Red Hat und Fedora eine Präsenz auf den Kieler Linuxtagen der letzten Jahre zu erwirken. Dieses Jahr habe ich es nicht getan, weil ich auch nicht an den Vorbereitungen der Linuxtage beteiligt war. Aber die Jahre zuvor bekam ich zwar Kontakt zu ihren „Ambassadoren“ – aber bekam nie irgendein Feedback.

Ich denke nicht das das ein Zufall ist, sondern das die beiden genannten Distributionen OpenSuSE und Ubuntu aus unterschiedlichen Gründen beliebter sind. OpenSuSE profitiert primär davon das sie in Deutschland traditionell die beherrschende Distribution war und auch insbesondere bei Dingen wie ISDN-Support und Übersetzungen stark sind. Ubuntu wiederum hat eine starke Graswurzel-Community. Dabei profitiert Ubuntu stark von Debian, sowohl technisch als auch von einer sich überschneidenden Community.Viele Debian-User empfehlen Neuusern auch Ubuntu.

Vielleicht sieht es in anderen Städten und Regionen auch anders aus – hier in Kiel aber habe ich noch keinen einzigen aktiven Fedora-User getroffen. Aus meiner Sicht hat das folgende Gründe:

  • Fedoras Hürden zum Mitmachen sind die größten von allen Distributionen
  • Es ist seitens Red Hat nicht erwünscht das Menschen für Fedora sprechen, wenn sie keine „offiziellen“ Fedora-Ambassadoren sind.
  • Viel passiert nach dem Top-Down-Prinzip
  • Viele Diskussionen werden seitens Red Hat mit „its not up for discussion“ abgewürgt.

Der Einfluss von Canonical auf Ubuntu ist eigentlich sogar größer als der von Red Hat auf Fedora – aber was das Marketing angeht, so fördert man seitens Canonical das sich Leute die Ubuntu-Idee zu eigen machen. Canonical macht Vorgaben und übergbt den Rest der Community. Im Gegensatz dazu setzt Red Hat auf Kontrolle auf jeder Ebene um die Initiative nicht aus der Hand zu geben. Der Effekt ist, das Fedora nicht wirklich von der Community getragen wird. Wer aktiv werden will kann dies einfacher und besser bei Debian oder Ubuntu, zum Teil auch bei OpenSuSE.

Aus meiner Sicht verfehlt da Fedora im großen Stil Marketingziele. Siehe dazu auch:

Siehe auch Fedora-History.

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aptitude als apt-get-Ersatz (endlich mal)?

Verfasst von vinci am 22. September 2008

Seit einiger Zeit gilt „aptitude“ als empfohlenes Werkzeug zur Paketverwaltung anstelle von „apt-get“. Siehe dazu auch: AptitudeVsAptGet im Wiki von debianforum.de. Dort werden einige Gründe genannt, die ich hier verkürzt wiedergebe, bzw. auch erweitert habe:

  1. aptitude lässt sich sowohl als Komandozeilenbefehl ausführen wie auch als Benutzeroberfläche.
  2. In der Kommandozeile lassen sich verschiedene Aktionen in einem Befehl sehr einfach kombinieren , wie: „aptitude install PAKET1+ PAKET2- „, wodurch das erste Paket installiert und das zweite deinstalliet wird.
  3. aptitude kennt erweiterte Statusinformationen für die installierten Pakete.
  4. In aptitude kann eingestellt werden, ob nur abhängige, empfohlene oder auch vorgeschlagene Pakete automatisch installiert werden.
  5. Sowohl in der Kommandozeile als auch in der Benutzeroberfläche lassen sich bestens Paketkategorien wie Name, Beschreibung, usw. filtern und suchen (es kann somit auch apt-cache zum Suchen ersetzen)
  6. In der Benutzeroberfläche lassen sich Paketabhängigkeiten sehr gut zurückverfolgen – auch löst aptitude Abhängigkeiten sauberer auf.
  7. Die Benutzeroberfläche lässt sich als unprivilegierter Nutzer starten; alle Aktionen können so gefahrlos simuliert werden, ohne dass man Gefahr läuft, sein System zu zerschießen.
  8. aptitudes Benutzeroberfläche vereinfacht den Überblick über veraltete Pakete, indem diese in einem eigenen Unterpunkt „Obsolete und lokale Pakete“ einsortiert.
  9. aptitudes Oberfläche hat eine Schnittstelle zum Debian Task System, in welchem Tasks manuell konfiguriert werden können, wodurch es tasksel noch aussticht.
  10. Die Oberfläche zeigt die verschiedenen Versionen aus verschiedenen Quellen an, wodurch ein upgrade/downgrade erleichtert wird.
  11. … protokolliert seine Aktionen in /var/log/aptitude
  12. … geht sauber mit Empfehlungen (recommends) um
  13. … erlaubt nichtstandardmäßige Versionen aus anderen Paketquellen als Bevorzugte zu installieren.

Ich würde dazu einen wichtigen Punkt hinzufügen – nämlich die Tatsache das die Syntax der Basisbefehle m.W. fast identitisch ist. D.h. also „aptitude install“, „aptitude remove“ usw. sind möglich. D.h. eine Umstellung ist nicht schwer.

Ich habe mich da schon seit einiger Zeit drauf umgestellt und bin aber immer wieder erstaunt das einerseits im Ubuntu-Wiki noch apt-get empfohlen wird und andererseits sonst nicht viele User umgestellt haben. Daher dieses Posting.

Ich habe bereits einiges in Wikia Search zu aptitude hinzugefügt.

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