Fedora-Reichweite

Auf der beschriebenen Unkonferenz führte ich eine Schnellumfrage durch welche Distributionen die Anwesenden Teilnehmerinnen Neueinsteigerinnen empfehlen würden. Das Ergebnis war:

  • Ubuntu: 10 Empfehlungen
  • OpenSuSE: 3 Empfehlungen

Es ist aus meiner Sicht bemerkenswert, das nicht nur bei diesen Empfehlungen, sondern auch in der ganzen Diskussion Fedora nie ein echtes Thema war, außer als jemand der später zur Diskussion dazukam und Fedora auch gut kannte fragte, was denn mit Fedora sei. Was ich dazu sagte gilt für mich seit vielen Jahren und nachwievor: Technisch gesehen eine interessante und exzellente Distrinbution – aber was hier fehlt ist eine stärkere Community. Man erzählte mir später, das Fedora den größten Stand auf der CeBIT hatte. Ich habe mehrfach versucht von Red Hat und Fedora eine Präsenz auf den Kieler Linuxtagen der letzten Jahre zu erwirken. Dieses Jahr habe ich es nicht getan, weil ich auch nicht an den Vorbereitungen der Linuxtage beteiligt war. Aber die Jahre zuvor bekam ich zwar Kontakt zu ihren „Ambassadoren“ – aber bekam nie irgendein Feedback.

Ich denke nicht das das ein Zufall ist, sondern das die beiden genannten Distributionen OpenSuSE und Ubuntu aus unterschiedlichen Gründen beliebter sind. OpenSuSE profitiert primär davon das sie in Deutschland traditionell die beherrschende Distribution war und auch insbesondere bei Dingen wie ISDN-Support und Übersetzungen stark sind. Ubuntu wiederum hat eine starke Graswurzel-Community. Dabei profitiert Ubuntu stark von Debian, sowohl technisch als auch von einer sich überschneidenden Community.Viele Debian-User empfehlen Neuusern auch Ubuntu.

Vielleicht sieht es in anderen Städten und Regionen auch anders aus – hier in Kiel aber habe ich noch keinen einzigen aktiven Fedora-User getroffen. Aus meiner Sicht hat das folgende Gründe:

  • Fedoras Hürden zum Mitmachen sind die größten von allen Distributionen
  • Es ist seitens Red Hat nicht erwünscht das Menschen für Fedora sprechen, wenn sie keine „offiziellen“ Fedora-Ambassadoren sind.
  • Viel passiert nach dem Top-Down-Prinzip
  • Viele Diskussionen werden seitens Red Hat mit „its not up for discussion“ abgewürgt.

Der Einfluss von Canonical auf Ubuntu ist eigentlich sogar größer als der von Red Hat auf Fedora – aber was das Marketing angeht, so fördert man seitens Canonical das sich Leute die Ubuntu-Idee zu eigen machen. Canonical macht Vorgaben und übergbt den Rest der Community. Im Gegensatz dazu setzt Red Hat auf Kontrolle auf jeder Ebene um die Initiative nicht aus der Hand zu geben. Der Effekt ist, das Fedora nicht wirklich von der Community getragen wird. Wer aktiv werden will kann dies einfacher und besser bei Debian oder Ubuntu, zum Teil auch bei OpenSuSE.

Aus meiner Sicht verfehlt da Fedora im großen Stil Marketingziele. Siehe dazu auch:

Siehe auch Fedora-History.